6 Wege wie du deine Kinder motivieren kannst (ohne sie zu bezahlen)

  • von

Kindern eine intrinsische Motivation beizubringen ist schwierig. Deshalb – und aufgrund strapazierter Nerven – nutzen einige Eltern finanzielle Anreize um Kinder zu motivieren. Aber ist das langfristig wirklich der richtige Weg? In diesem Beitrag habe ich (als erfahrener dreifach Papa :)) sechs Möglichkeiten zusammengefasst, wie du deine Kinder motivieren kannst ohne sie zu bezahlen.

Meine größte Tochter ist acht Jahre alt. Sie bekommt derzeit 1,50 € Taschengeld pro Woche. Das Taschengeld ist “leistungs- und verhaltensunabhängig”. Was meine ich damit? Ich finde, dass Taschengeld nicht an irgendwelche Aufgaben gekoppelt sein oder davon abhängen sollte, ob meine Tochter die letzten Abende gut eingeschlafen ist oder ihre Schulaufgaben gemacht hat. Das Taschengeld bekommt sie in jedem Fall. Sozusagen ein “bedingungsloses Grundeinkommen”.

Aber wie kann man Kinder für Aufgaben im Haushalt oder schulische Leistungen motivieren? Und zwar ohne Geld. Denn das kann (so befürchte ich) im Teenageralter schnell außer Kontrolle geraten. Fünf Euro für eine Eins in Mathe, zehn Euro fürs Rasenmähen. Diesen Kreislauf möchte ich unbedingt vermeiden.

Was können wir als Eltern also tun? Hier sind ein paar  gesammelte Ideen, wie wir unseren Kindern den Wert des Helfens vermitteln können.

Der Begriff “Hausarbeit” steht dabei für alle Dinge die in den eigenen vier Wänden anfallen können. Welche Tätigkeiten genau gemeint sind, hängt vom Alter der Kinder ab. Ein 5-jähriges Kind sollte seine Spielsachen wegräumen, hat aber sicherlich noch weniger “Haushaltspflichten” als eine 8-jährige.

Wie du deine Kinder motivieren kannst ohne sie zu bezahlen

1. Tausche Zeit gegen Hausarbeit

Zeit ist Geld. Also ist Geld gleich Zeit (das habe ich in Mathe auch ohne finanzielle Gegenleistung verstanden). Deshalb ist der Tausch von Zeit gegen Hausarbeit wohl eine der besten Möglichkeiten, um vor allem jüngeren Kindern den Wert des Helfens zu vermitteln. Wenn ich sage: “Wenn wir jetzt alle deine Spielsachen aufräumen, dann haben wir Platz und können gemeinsam ein großes Puzzle machen” ist das ein Beispiel für einen Tausch von Spaß gegen Hausarbeit. Gleichzeitig lernen Kinder, dass (meine) Zeit wichtig ist. Natürlich teile ich sie gerne mit meinen Kindern, dennoch ist es wichtig, dass sie auch verstehen, dass es meine Zeit ist. Kinde motivieren

2. Unterhaltungszeit als Belohnung für Hausarbeit

Die meisten Kinder spielen heutzutage ab dem Schulalter gerne Videospiele. Egal ob Xbox, Playstation, Nintendo Switch, Tablet oder der gute alte PC. Egal ob Pferdehof, Super Mario, Fifa oder Landwirtschafts-Simulator (wer spielt eigentlich sowas?). Auch wenn der eine oder andere Pädagoge es anders sehen mag: Ich bin nicht grundsätzlich gegen Videospiele. Es muss halt altersgerecht sein und zeitlich nicht ausufern. Gaming ist ein Teil der Freizeit, aber nicht DIE Freizeit.

Kurzer Witz zwischendurch: Wie viele Pädagogen braucht es, um eine Glühbirne zu wechseln? Drei. Aber die Lampe muss es auch wollen.

Zurück zum Thema Belohnung 🙂

Viele Kinder zocken gerne. Diese Spielfreude lässt sich nutzen. Bei Gamification (oder Spielifizierung) werden spiel­typische Elemente in einem spielfremden Kontext angewendet. “Wer die meisten Teile aufräumt hat gewonnen”. Oder “Wer zuerst den Schlafanzug angezogen hat, darf zuerst Zähneputzen”. Ist beides nicht beliebt, klappt durch Anregung des Spieltriebes aber meist trotzdem.

Gleichzeitig kann die Spielzeit auch mal als Belohnung eingesetzt werden. Wer beim Wäsche falten hilft oder den Tisch deckt, verdient sich Spielezeit. Sollte man nicht übertreiben, aber klappt zuverlässig.

3. Lobe deine Kinder für ihre gute Arbeit

Kinder für bestimmte Verhaltensweisen zu kritisieren ist leicht. Da geht es mir genauso wie wie vielen anderen Eltern. Wir sollten aber auch nicht vergessen sie für gute Dinge zu loben. Denn Lob motiviert – vor allem Kinder. Kinder möchten sich gut fühlen und freuen sich, wenn sie ihre Eltern glücklich machen können. Dabei steht “Hausarbeit” natürlich nicht an erster Stelle. Aber es gehört eben zum gemeinsamen Leben dazu. Im besten Fall räumen Kinder auf ohne aufgefordert zu werden. Sie decken den Tisch, weil es eben erforderlich ist. Sie merken, dass sie im Haushalt hilfreich sind. In diesen Situationen ist es wichtig Kinder zusätzlich zu loben. Kinder motivieren

4. Sei spontan

Wenn Kinder immer wissen was sie als Belohnung für eine erledigte Aufgabe erwartet lässt der positive Effekt schnell nach. Spontane Belohnungen wie zehn Minuten zusätzliche Fernsehzeit, ein Eis nach dem Abendessen oder ein gemeinsames Spiel mit der Familie schaffen oft eine besserer Motivation.

5. Mache Spaß aus der Hausarbeit

Vielleicht kennst du die japanische Aufräum-Beraterin und Bestsellerautorin Marie Kondo. Sie unterstützt Familien beim Ausmisten ihres Hauses und etabliert hilfreiche Aufräumpraktiken. Meist lächelt sie aber nur ganz freundlich in die Kamera.

Zwei Lektionen habe ich aber von Marie Kondo gelernt: Erstens, Kleidungsstücke gerollt in den Schrank zu legen (ist wirklich praktisch). Zweitens, die Hausarbeiten in den Alltag einzubauen und nicht als “Arbeit” zu sehen. Klingt erstmal etwas oberschlau, kann aber wirklich helfen. Beispielsweise kann man das Falten von Wäsche ganz gut in den Alltag einbauen, ohne es als lästige Arbeit zu empfinden. Und die Kinder können dabei gut helfen.

Auch bei anderen Tätigkeiten lässt sich “Gamification” (siehe oben) nutzen. Ein fressender Wicht im Wäschekorb, ein Kellner-Spiel zum Tischdecken, Abtransport on Spielsachen im Bagger – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

6. Nimm dir Zeit für Reflexion

Und nicht zuletzt eine sinnvolle Sache, die (auch bei uns Erwachsenen) häufig zu kurz kommt: Reflexion. Die Betrachtung der erledigten Aufgaben kann dabei helfen, die intrinsische Motivation zu steigern. So kann man beispielsweise nach dem Aufräumen des Zimmers die Kinder danach fragen, ob es jetzt besser aussieht als vorher. Oder für Pädagogen: “Na Konstantin-Franziskus, wie fühlst du dich jetzt?” Kinder motivieren

Kinder kümmern sich von Natur aus nie um etwas von alleine. Sie mussten nie an etwas denken, das außerhalb ihrer Grundbedürfnisse liegt. Deshalb ist kann Reflexion ihnen helfen zu lernen und zu wachsen.

Wie motivierest du deine Kinder um im Haushalt mitzuhelfen?

Felix

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.