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Das Problem der Themen-ETFs: Warum performen sie oft nicht wie gewünscht?

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Künstliche Intelligenz, erneuerbare Energien, oder Biotechnologie stehen für Wachstum, Innovation und den Eindruck, an den großen Umbrüchen der Wirtschaft teilzuhaben. Die dazugehörigen Themen-ETFs transportieren starke Bilder und klare Versprechen, während nüchterne Kennzahlen häufig in den Hintergrund rücken. 

Dieser Kontrast aus großer Erzählung und ernüchternder Realität erklärt einen erheblichen Teil der langfristigen Enttäuschung. Der Fokus liegt selten auf stabilen Erträgen, vielmehr dominiert die Hoffnung, einen strukturellen Wandel frühzeitig zu Geld zu machen. Diese Erwartung ist nachvollziehbar, wird jedoch regelmäßig überschätzt. Märkte reagieren schneller, als es Produktbeschreibungen vermuten lassen.

Themen-ETFs als Trend-Idee statt als Marktabbildung

Themen-ETFs bilden keinen Markt ab, sie folgen einer Idee. Unternehmen werden einem Trend zugeordnet, obwohl das Geschäftsmodell oft nur teilweise mit dem beworbenen Thema verknüpft ist. Ein KI ETF enthält häufig etablierte Technologiekonzerne, deren Umsätze überwiegend aus klassischen Software oder Hardwaregeschäften stammen. Ähnlich zeigt sich das Bild bei Clean Energy oder Gaming, da die Abgrenzung unscharf bleibt und die Indexkonstruktion stark vom jeweiligen Anbieter abhängt. Diese Unschärfe führt dazu, dass zwei Fonds mit identischem Thema völlig unterschiedliche Portfolios aufweisen können. Eine echte Vergleichbarkeit geht dadurch verloren. Das Thema dient als Klammer, nicht als belastbare Investitionslogik.

Diese Dehnbarkeit sorgt dafür, dass Themen-ETFs weniger objektiv wirken als klassische Indexfonds. Während breite Indizes festen Regeln folgen, dominiert bei thematischen Produkten häufig das Narrativ. Der Fonds verkauft eine Vision und keine saubere wirtschaftliche Abbildung. 

Dadurch wächst die Abhängigkeit von Erwartungen, die sich nicht immer mit realen Geschäftszahlen decken. Je stärker das Storytelling, desto größer fällt die Enttäuschung bei schwächeren Quartalen aus. Wirtschaftliche Realität setzt sich langfristig durch, auch wenn sie weniger spektakulär wirkt. An diesem Punkt geraten viele Themen-ETFs ins Straucheln.

Trends werden meist zu spät investierbar 

Themen-ETFs erscheinen selten am Beginn eines Trends. In der Regel kommen sie auf den Markt, sobald ein Thema medial präsent ist und bereits deutliche Kursgewinne hinter sich hat. Das Produkt folgt der Aufmerksamkeit und nicht der frühen Entwicklung. Investitionen erfolgen damit häufig in einer Phase, in der Bewertungen bereits ambitioniert sind. Der eigentliche Überraschungseffekt ist zu diesem Zeitpunkt verschwunden. Übrig bleiben hohe Erwartungen und begrenzter Spielraum nach oben.

Dieses Muster lässt sich gut an Branchen wie Glücksspiel oder Technologie beobachten. Viele Glücksspielaktien entwickelten sich über Jahre hinweg stark, getragen von der Digitalisierung und neuen Absatzmärkten. Verantwortlich für den Aufschwung sind seriöse Anbieter, wie sie auf Casino Groups zu sehen sind und denen die Spieler vertrauen. Als entsprechende Themen-ETFs aufgelegt wurden, war ein Großteil dieses Wachstums bereits in den Kursen enthalten. 

Die anschließende Entwicklung wirkte ernüchternd, nicht weil die Branche an Bedeutung verlor, sondern weil kaum noch Raum für positive Überraschungen vorhanden war. Wachstum wurde erwartet und nicht zusätzlich belohnt. Dieser Unterschied entscheidet über langfristige Renditen.

Finanzmärkte handeln Erwartungen. Sobald ein Trend allgemein bekannt ist, verliert er seinen Überraschungseffekt. Themen-ETFs bündeln häufig diesen späten Zeitpunkt und machen ihn zu einer Geldanlage, die sich gut verkauft, strukturell jedoch ungünstig positioniert ist. Gekauft wird nicht die Zukunft, sondern der Konsens. Dieser Konsens erweist sich selten als guter Einstiegspunkt.

Kostenstruktur und fehlende Streuung als dauerhafte Belastung

Ein wesentlicher Belastungsfaktor liegt in den Kosten, denn Themen-ETFs gehören fast immer zu den teureren Produkten am ETF Markt. Die laufenden Gebühren wirken auf den ersten Blick überschaubar, entfalten ihre Wirkung jedoch über viele Jahre hinweg. 

Zusätzlich entstehen indirekte Kosten durch häufige Umschichtungen, da Unternehmen regelmäßig ersetzt oder neu gewichtet werden müssen, um das Thema stimmig erscheinen zu lassen. Diese Anpassungen erfolgen häufig in Phasen erhöhter Volatilität. Transaktionen verteuern sich dadurch weiter. Ein spürbarer Teil der Rendite arbeitet somit nicht für den Anleger, sondern für die Produktstruktur.

Parallel dazu leidet die Streuung. Viele Fonds enthalten lediglich einige Dutzend Titel, wobei einzelne Unternehmen einen großen Anteil des Fondsvolumens auf sich vereinen. Die Streuung wirkt breiter, als sie tatsächlich ist. Innerhalb eines Themas reagieren Unternehmen oft sehr ähnlich auf regulatorische Eingriffe, Zinsänderungen oder konjunkturelle Schwankungen. Das Risiko verteilt sich nicht gleichmäßig, es sammelt sich. Kleine externe Impulse können dadurch überproportionale Auswirkungen entfalten. Was als fokussiert beginnt, entwickelt sich schnell zu einer einseitigen Wette.

Breite Indexfonds verfolgen einen anderen Ansatz. Sie setzen auf Vielzahl statt Auswahl und gleichen Schwächen einzelner Branchen automatisch aus. Erfolgreiche Geschäftsmodelle gewinnen an Gewicht, ohne dass Prognosen notwendig sind. Themen-ETFs verzichten bewusst auf diesen Ausgleich und akzeptieren damit eine höhere Anfälligkeit für Rückschläge. Diese Entscheidung gehört zum Konzept. Problematisch wird sie erst dann, wenn sie unterschätzt wird.

Volatilität und Psychologie als unterschätzte Einflussfaktoren

Thematische Fonds schwanken deutlich stärker als breite Indizes. Diese Volatilität wirkt nicht nur rechnerisch, sie beeinflusst auch das Verhalten von Investoren. Starke Kursbewegungen erzeugen emotionale Reaktionen, Euphorie in Aufwärtsphasen und Nervosität bei Rücksetzern. Der Abstand aus theoretischer Fondsperformance und real erzielter Rendite wächst dadurch spürbar. Timing gewinnt an Bedeutung und wird gleichzeitig schwieriger. In diesem Spannungsfeld entstehen viele vermeidbare Fehler.

Hinzu kommt die Zyklik vieler Trends. Auf Phasen der Übertreibung folgen Korrekturen, auf Begeisterung häufig Ernüchterung. Themen-ETFs sind diesem Wechsel stark ausgesetzt, da sie sich vollständig auf eine einzelne Erzählung konzentrieren. Der Fonds schwankt nicht nur mit dem Markt, sondern mit der Stimmung rund um das Thema. Diese Stimmung kippt oft schneller als fundamentale Kennzahlen. Geduld wird dadurch zur knappen Ressource.

Auch strukturelle Aspekte spielen eine Rolle. Viele Themen-ETFs bleiben vergleichsweise klein und verlieren nach dem anfänglichen Marketingimpuls an Bedeutung. Sinkende Fondsvolumina erhöhen das Risiko von Schließungen und erschweren eine langfristige Planung. Die Liquidität nimmt ab, die Spreads weiten sich. Das Produkt wird unbequemer, noch bevor die eigentliche Performancefrage beantwortet ist.

Breite Indizes sind langfristig stabiler

Im Vergleich erscheinen klassische Indexfonds unspektakulär. Darin liegt ihre Stärke. Sie profitieren von niedrigen Kosten, klaren Regeln und der Fähigkeit, wirtschaftliche Veränderungen automatisch abzubilden. Erfolgreiche Unternehmen gewinnen an Gewicht, schwächere verlieren an Bedeutung, ohne aktives Eingreifen. Dieser Mechanismus wirkt langweilig, liefert jedoch verlässliche Ergebnisse. Prognosen werden durch Anpassung ersetzt.

Themen-ETFs können dennoch eine Rolle spielen, allerdings nicht als Fundament eines Portfolios. Als gezielte Beimischung erlauben sie es, bewusst auf einen strukturellen Wandel zu setzen oder bestimmte Überzeugungen abzubilden. Die Erwartungen sollten dabei realistisch bleiben. Nicht jeder Megatrend führt zu überdurchschnittlichen Renditen. Märkte sind selten so großzügig wie Marketingbotschaften.

Am Ende zeigt sich ein klares Muster. Themen-ETFs leben von Geschichten, breite Indizes von Mechanismen. Geschichten erzeugen Aufmerksamkeit, Mechanismen liefern Ergebnisse. Diese Unterscheidung erklärt, warum viele Themen-ETFs hinter den Erwartungen zurückbleiben und weshalb der unspektakuläre Weg langfristig häufig der verlässlichere ist.

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