Eine kleine Auszeit, alstublieft!

In den vergangenen drei Wochen war es ruhig auf meinem Blog. Auch die August-Ausgabe des Finanzblogroll Magazins ist (planmäßig) entfallen. Der Grund war eine kleine Urlaubsauszeit.

Wir waren im südholländischen Städtchen Ouddorp. Ferienhaus in Strandnähe. Wobei “Strandnähe” in Holland bedeutet: Durch den Ferienpark, über die Straße, vorbei an der Pommesbude und dann durch die breite Dünenlandschaft. Unsere Tulpenkicker im Westen gönnen der Natur eben (zum Glück) noch etwas Platz.

Die Besonderheit am nördlichen Strand von Ouddorp ist seine Weitläufigkeit. Selbst, wenn man es mit Kind(ern) und Kegel bis zum Strand geschafft hat, warten noch rund 500 Meter Fußmarsch bis zum Wasser. Perfekt für lange Spaziergänge und Hundebesitzer. Für Familien aber ziemlich weite Fußmärsche. Allerdings gibt es weiter westlich und auch nördlich in der Stadt Hellevoetsluis noch schöne kleine Strandabschnitte.

Während des Urlaubs habe ich auch ein wenig über den Finanzblogroll nachgedacht. Wie soll es weitergehen? Lohnt sich der Aufwand noch? Was kann ich besser machen? Nicht zuletzt die Beiträge auf Atypisch/Still und von Jenni (Dagoberts Nichte) haben mich nachdenklich gemacht.
Diese Gedanken möchte ich kurz mit dir teilen. Abschließend gibt es noch ein paar Urlaubs-Impressionen.

1. Monetarisierung vorantreiben?

Viele Finanzblogger machen vor, wie man durch kostenpflichtige Seminare oder Premium-Mitgliedschaften Geld verdienen kann. Dabei stehen häufig aktive Anlagestrategien im Vordergrund. Durch die Börseneuphorie der letzten Jahre lässt sich hier offensichtlich gutes Geld verdienen.

Ich habe überlegt, ob ich diesen Trend auf dem Finanzblogroll oder über ein neues Webseiten-Projekt ausnutzen möchte. Beispielweise durch Online-Kurse oder eine Datenbank für Aktien/ETF-Kennzahlen. Solche Projekte benötigen allerdings viel Zeit. Zudem entspricht es nicht meinem ursprünglichen Ansatz. Vor mehr als fünf Jahren habe ich den Finanzblogroll gestartet, um die Inhalte der besten Finanzblogs zu bündeln. Und um auf meinem eigenen Blog einige meiner Gedanken zu teilen. Ich bin nicht auf der Suche nach einer lukrativen Nebentätigkeit.

Ja, es wird auch weiterhin Werbung auf dem Finanzblogroll geben. Und auch den einen oder anderen bezahlten Gastbeitrag – sofern er thematisch passt. Nein, dadurch wird man nicht reich. Meine (Brutto-)Einnahmen liegen durchschnittlich knapp im dreistelligen Bereich. Dadurch lassen sich Hosting-Gebühren, Kosten für Plugins und Bildrechte, sowie gegebenenfalls anfallende Sonderausgaben (Stichwort Lizenzverletzung…) ausgleichen. Für mich bleibt bloggen und der Finanzblogroll ein nettes Hobby.

Intensiver werde ich mich allerdings damit beschäftigen, wie wir gemeinsam mit finanzieller Bildung mehr Menschen erreichen können. Und mit der Frage der sozialen Gerechtigkeit. Hier wird aus meiner Sicht häufig falsch argumentiert. Frei nach dem Motto: Wer wirklich was erreichen will, kann ohne weiteres ein Business aufbauen. Alle anderen seien einfach nur faul. Ich sehe das differenzierter. Aber dazu mehr in einem der nächsten Blogbeiträge.

2. Finanzblogroll Magazin weiterführen?

Vielleicht bist du – so wie bereits weit über 1.000 andere – regelmäßige Leserin des Finanzblogroll Magazins. Dieses enthält Neuigkeiten und Vorstellungen aus der Finanzblog-Community, aktuelle Finanzblog-Highlights, Tipps zu interessanten Social-Media-Kanälen, sowie Beiträge rund um die Themen Geldanlage, Sparen und Versicherungen. Das Finanzblogroll Magazin erscheint an jedem zweiten Freitag des Monats und ausschließlich online.

Als ich mit diesem Projekt startete, wollte ich innerhalb der ersten zehn Ausgaben mindestens 1.000 Abonnenten erreichen. Es sollte ja schließlich einen Mehrwert bieten. Und der Aufwand für dieses kostenlose Magazin ist nicht unerheblich.

Im Juli 2021 erschien nun diese zehnte Ausgabe. Mein Ziel habe ich also erreicht.

Aber wie weiter? Projekt beenden? Themen anpassen? Projekt ausweiten und professionalisieren?

Aus meiner Sicht bietet das Finanzblogroll Magazin eine gute Abwechslung zu anderen Medien. Ich bin kein großer Freund von Instagram & Co, sondern lese persönlich lieber längere, informative und unterhaltsame Texte (bin ich alt?). Dementsprechend werde ich das Finanzblogroll Magazin vorerst fortführen. Das neue Zwischenziel lautet: 2.000 Abonnenten nach zwanzig Ausgaben. Nicht gerade ambitioniert, ich weiß. Aber machbar. Und 2.000 Leserinnen und Leser – das wäre schon echt klasse.

Inhaltlich wird es aber einige Veränderungen geben. Das Thema Geldanlage steht mir aktuell zu sehr im Mittelpunkt. Es gibt viele andere wichtige Finanzthemen. Diese sollen auch in ihren Platz in den nächsten Ausgaben bekommen. Dadurch könnte sich auch die Zusammensetzung der im Finanzblogroll vertretenen Blogs verändern. Lass dich überraschen!

3. Persönliche Anlagestrategie anpassen?

Wie du vielleicht weißt, bin ich ein Freund der passiven ETF-Strategie. Nur wenigen Privatanlegern gelingt es langfristig, den Markt zu schlagen. Deshalb reicht im Depot ein ETF (zum Beispiel der FTSE All-World) oder eine Kombination aus MSCI World und MSCI Emerging Markets völlig aus.

Dennoch juckt es mich in den Fingern. 🙂 Ich finde Einzelaktien und ökonomische Zusammenhänge einfach spannend. Also habe ich überlegt, ob ich mein ETF-Portfolio durch Einzelaktien ergänzen sollte. Im Marketing-Slang heißt das dann Core-Satellite-Strategie. Dabei bildet ein globaler ETF den Schwerpunkt im Portfolio (ca. 80%). Zusätzlich werden Themen-, Regionen-ETFs oder Einzelaktien hinzugefügt. Dadurch soll eine Überrendite erzielt werden.

Letztendlich habe ich mich vorerst dagegen entschieden. Ich sehe darin einfach keinen Sinn. Außerdem müsste ich mich dann wieder regelmäßig mit Aktien beschäftigen. Macht zwar Spaß, kostet aber auch viel Zeit. Und es gibt doch viel schönere Dinge im Leben, oder?!

Abschließend noch ein paar Urlaubs-Impressionen

In Holland ist das Wetter oft sehr…holländisch

…manchmal aber auch sehr schön.

Die Strände sind sehr weitläufig.

Der Vorteil: Bis man das Wasser erreicht hat, schläft der Nachwuchs (meist) friedlich in der Trage.

In einer kleinen Gasse in der Stadt Hellevoetsluis. “In Tagen der Traurigkeit und Einsamkeit, aber auch wenn die Liebe blüht, sie vor Lachen platzen oder Trost, Herzlichkeit, und Freundschaft suchen, ist es ist gut, eine freundliche Kneipe zu kennen und einen heilsamen Schluck. Wer einen solchen Platz in seiner Straße hat, ist reich, steinreich.”

Geburtstags-Fahrt auf dem Elektro Chopper. Who the f* sind Peter Fonda und Dennis Hopper? 🙂

Zum Abschluss noch ein kleines Suchbild.
Ich liebe die holländische Sprache! 🙂

Tot ziens!

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6 Gedanken zu „Eine kleine Auszeit, alstublieft!“

  1. Hallo Felix,

    das klingt nach einem schönen Urlaub und einem spannenden Vorhaben. Beim Thema Einzelaktien hätte es mich sehr interessiert, worauf deine Auswahl hier gefallen wäre – aber auch die Gründe dagegen sind nachvollziehbar.

    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und ein schönes Wochenende. 🙂

    Liebe Grüße,
    Lisa

  2. Hallo Felix,

    zu Punkt 3: das geht mir auch so – eigentlich weiß man, dass man mit einer passiven ETF-Strategie vom Aspekt Rendite zu Zeitaufwand am besten fährt.
    Aber man ertappt sich dann doch immer wieder dabei – auch beim Lesen der Finanzblogroll-Posts – zu meinen, dass man irgendetwas “herbeioptimieren” müsste um wasweißich zu erreichen…
    Evtl. doch den Sparplan anpassen, statt Vanguard ne Einzelaktie mit fetten Dividenden besparen etc. pp.

    Ich führe mir dann die Corona-Zeit ab März 2020 vor Augen, wo “mein” Vanguard-FTSE-All-World eigentlich noch immer ganz ordentlich dabei war. Ja, ich habe aus meiner Anfangszeit auch noch eine Handvoll Einzelaktien, aber unterm Strich ist der Vanguard schon besser – zumindest für mein Nervenkostüm 🙂

    Die Einzelaktien werde ich wohl liegenlassen, durch die monatliche Sparrate wird der Anteil des Vanguard-All-World sowieso immer größer. Aber wer weiß, vielleicht verkaufe ich kurz vor der Rente meine Apple und Microsoft-Aktien dann doch noch…

    Noch kurz zu Punkt 1: das mit dem Monetarisieren auf vielen Blogs “über”sehe ich mittlerweile, weil es fast überall nur noch dieselbe Sauce ist; E-Books, Affiliate-Links, etc. Dass dann noch ein Business aufgebaut wird, um davon noch mehr Cashflow zu generieren ist zwar aus der Sicht des Einzelnen Bloggers vielleicht opportun, aber ich finde, dass grenzt die guten Blogs von den nicht ganz so guten ab. Deinen Blog lese ich deshalb sehr gerne, weil Du auf dem Boden geblieben bist (wahrscheinlich warst Du auch nicht abgehoben), und weil Deine Investmentstrategie meiner ähnlich ist. Vor allem, weil man seine Zeit anders nutzen sollte, als für Aktienanalysen. Wer das will, bitteschön, aber ich nehme den ETF.

    Und zum Punkt 2: das FBR-Maganzin lese ich sehr gerne, bitte weiterführen.

    Und zum Schluss: danke für die Arbeit die Du investierst!

    Gruß,
    Mike

    1. Hallo Mike,

      manchmal fragt man sich, ob sich die ganze Arbeit lohnt. Und dann kommt so ein netter Kommentar. Vielen Dank dafür!

      Zum “Herbeioptimieren” beschäftige ich mich in den letzten Tagen vor allem mit der Depotabsicherung. Aber dazu vielleicht mehr in einem der nächsten Blogbeiträge 😉

      VG
      Felix

  3. Das Bedürfnis nach längeren Texten habe ich ebenfalls. Meinen Investmentansatz könnte man auch Core-Satellite nennen, 95% ETF, 5% Einzelaktien.
    Monetarisierung von Blogs ist in meinen Augen ok.
    Auffällig und schade ist in meinen Augen folgendes:
    Qualitativ geht es mit der zunehmenden Anzahl der Finanzblogs deutlich bergab. Vielleicht ist einfach schon alles gesagt zu diesen Themen? Bei den meisten lohnt sich kaum mehr als ein Blick. Gut finde ich noch das fairvaluemagazin. Wer Podcasts und YouTube mag ist bei Justetf, ExtraETF, Finanztip, Gerd Kommer , dem Aktienfinder, Finanzfluss und Börse Frankfurt gut aufgehoben.
    Und ansonsten? Bücher kaufen (Weber, Kommer) und vielleicht auch weniger mit Finanzen beschäftigen.
    Gruß Maxi

    1. Hi Maxi,
      wer schon länger dabei ist, für den sind viele Texte natürlich Wiederholungen. Wenn dann keine persönliche Note oder neuer Denkansatz dabei ist, bietet das diesen Lesern natürlich keinen Mehrwert. Anders ist es möglicherweise bei neuen Finanzinteressierten, die wichtige Infos mitnehmen können.

      Aber grundsätzlich ist es wirklich spannend, welche Formate und Themen die Community interessieren – ohne, dass es dabei “nur” um Einzelaktion-Analysen geht.

      Core-Satellite finde ich grundsätzlich interessant. Wenn man die 5-10 Einzelaktien aber insgesamt auf max. 5% Gewichtung bringen möchte, braucht es schon ein Depotwert von 200.000 € aufwärts, damit die Positionen nicht zu klein werden.

      Viele Grüße
      Felix

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