Finanzblog-Rückblick KW 31/2021 – Über das Easterlin Paradox, die Aktienrente und das deutsche Erbschaftsrecht

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Wie gewohnt stelle ich in diesem Beitrag lesenswerte Finanzblog-Beiträge vor, die mir in der letzten Woche besonders gut gefallen haben. Dabei geht es diesmal unter anderem über das Easterlin Paradox, die ewige Rente, das deutsche Erbschaftsrecht und die Aktienrente.

Die besten Beiträge eines Monats finden auch den Weg in die nächste Ausgabe des Finanzblogroll Magazins.

Viel Spaß beim Durchstöbern.

Tim Schäfer muss an die frische Luft

Tim Schäfer macht (offenbar) alles richtig. Statt seine Lebenszeit in langen Verkehrsstaus, überfüllten Bussen oder mit 50-Stunden-Wochen zu verplempern, setzt er auf Erholung in der Natur. Spaziergänge, Bücher lesen und täglich frisch Kochen stehen bei Tim ganz oben auf der To-Do-Liste. Klingt erholsam – und sieht auch so aus. Opa Willi würde sagen: Der Junge muss an die frische Luft. Oder um ein anderes Zitat aus dem “Hape Kerkeling Film” zu bemühen: “Wenn de weißt, was de willst, dann mach et einfach und kümmer Dich nicht darum, wat de Leute sagen.” Tim Schäfer macht es einfach.

Easterlin Paradox – Glück kann man nicht kaufen

Schon der gute, alte Benjamin Franklin wusste: “Geld hat die Menschen noch nie glücklich gemacht, wird es auch nicht. Es liegt nicht in seiner Natur, Glück zu schaffen. Je mehr man davon hat, desto mehr will man.” Genauso sieht und formuliert es Philipp in seinem aktuellen Beitrag zur Fragestellung Macht Geld glücklich? Ab einem bestimmten Einkommen steigt das Glück nicht mehr proportional zum Einkommen. Abnehmender Grenznutzen, hedonistische Anpassung, Easterlin Paradox – egal, wie man es nennt: Glück kann man nicht kaufen. Ab einem bestimmten Vermögen und Einkommen, muss man sich andere Glücksquellen suchen. Leider scheitern viele Menschen daran.

Aktienrente – die letzte Chance?

Finanzguerilla Andreas hat den Beginn der “heißen Phase des Wahlkampes” erkannt. Ich persönlich sehe und höre davon nichts. Aber darum geht’s auch nicht. In Andreas’ aktuellem Beitrag geht es nämlich nicht um falsche Laschet-Lacher oder neue Baerbock-Böcke, sondern um die Aktienrente. Beziehungsweise um die Reform des deutschen Rentensystems. Das ist bekanntlich marode, ausgepumpt, mausetod. Die Politik traut sich weder an die Abschaffung des Umlageverfahrens, noch an die Fragen des demografischen Wandels. Die Aktienrente wäre eine mögliche Lösung. Ob die aber im börsenfeindlichen Deutschland den ersten kleinen Crash überleben würde, ist ohnehin fraglich. Es wäre zumindest ein Versuch. Frei nach dem Motto: Wir haben keine Chance, aber die sollten wir nutzen.

Ewige Rente – Die Cash-Flows sind sicher

Die “ewige Rente” gibt es weder in Deutschland, noch sonst wo. Diese existiert nur auf dem Papier, beziehungsweise in den Köpfen pfiffiger Investoren zur Bewertung von Unternehmen. Dabei werden zukünftig erwartete Cash-Flows diskontiert (abgezinst), wodurch sich ein Wert zum heutigen Zeitpunkt ergibt. Die schicke Formel lässt sich auch durch die Wachstumsrate erweitern. Es gibt nur zwei Probleme: Erstens, die Ökonomie ist keine Einbahnstraße. Zweitens, wir haben keine Glaskugel. Schon kleinste Veränderungen in der Wachstumsrate oder der zukünftigen Cash-Flows, können das Ergebnis erheblich beeinflussen. Um in den Worten von Norbert Blüm zu sprechen: Die Cash-Flows sind sicher.

Erbschaftsrecht auf dem Bierdeckel

Lebe immer ‘First Class’, sonst tun es deine Erben. Wer das nicht schafft, dessen Erben dürfen sich vielleicht (bei aller Trauer) über einen kleinen finanziellen Geldregen freuen. Wie hoch die entsprechenden Freibeträge sind, wie viel Steuern gegebenenfalls anfallen, welcher Verwandtschaftsgrad am schlechtesten abschneidet – all das beschreibt Jenni in ihrem neuen Beitrag. Auf diesen Grundlagen aufbauend, steigt sie in die Diskussion über die Gerechtigkeit des deutschen Erbrechts ein. Trotz aller Abwägungen und ideologischen Gegenpolen, wäre Jenni letztendlich für einen Steuersatz in Höhe von 75 Prozent für jede Erbschaft über 500.000 Euro. Darunter sollte jedes Erbe – unabhängig von Verwandtschaftsgrad – steuerfrei sein. Klingt nach Erbschaftssteuer auf dem Bierdeckel. Ob es die FDP  unterstützen würde, ist allerdings mehr als fraglich.

Hoffen auf den frühen Crash

Hanna ist clever. Sie investiert langfristig in Aktien. Während ihres “Anlegerinnenlebens” muss sie – statistisch gesehen – einen großen Börsencrash überstehen. Wann dieser Crash eintritt und wie lange er anhält, kann Hanna natürlich nicht beeinflussen. Intuitiv würden Privatanleger ihn sich wohl nicht zu Beginn des Anlagezeitraumes wünschen. Und psychologisch wäre das vermutlich auch das schlimmste Szenario. Rein theoretisch und rational – und damit sind wir bei Gerd Kommer – wäre ein Crash zu Beginn ihres Anlegerinnenlebens am besten. Vorausgesetzt, Hanna behält die Nerven und investiert weiter fleißig in ihr Portfolio. Dann bleibt vielleicht sogar was zum Vererben übrig. Aber dann sind wir wieder bei Jenni…

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