Finanzblog-Rückblick KW 47/2021 – Über Mathe Matik, ein finanzglückliches Ende und die Psychologie des Überzeugens

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Wie gewohnt, stelle ich Euch in diesem Beitrag lesenswerte Finanzblog-Beiträge vor, die mir in der letzten Woche besonders gut gefallen haben. Dabei geht es diesmal unter anderem um Mathe Matik, ein finanzglückliches Ende und die Psychologie des Überzeugens.

Die besten Beiträge eines Monats finden auch den Weg in die nächste Ausgabe des Finanzblogroll Magazins.

Viel Spaß beim Durchstöbern.

Überrendite? Abfahrt!

Rechenaufgabe: An einem Bahnsteig stehen 1449 Züge. Andree entscheidet sich für den „Vanguard Express“. Der Lokführer heißt John Bogle, sein Sitznachbar Hr. Mathe Matik. Nach 100 Minuten hat der „Vanguard Express“ auf knapp 868 km/h beschleunigt. Frage: Wie viel Glühwein hat Andree genascht?

Nun ja, mit seiner kleinen Weihnachtsgeschichte möchte der Hamburger (1449 Züge im Kopfbahnhof?) uns von der mathematischen Überlegenheit der passiven Geldanlage überzeugen. Dafür spreche zum einen der Zinseszinseffekt. Bei größeren Performanceschwankungen würde dieser – trotz im Mittel gleicher Renditen – dafür sorgen, dass der aktive Fonds schlechter als der Index abschneiden müsse. Zehn Prozent rauf, zehn Prozent runter macht eben keine 0. Der zweite Aspekt seien die Verwaltungsgebühren und Ausgabeaufschläge. Auch diese würden durch den Zinseszinseffekt wiederum potenziert. Frage: Warum dann keine Aktien ohne jegliche Verwaltungsgebühr? 😉



Glückliches Ende

Aus, Aus, Auuuuus – der Blog ist aus! Mit seinem letzten Artikel beendet Nico das Projekt Finanzglück. Was 2015 auf einem toskanischen Weingut begann und seitdem über 200 unterhaltsame Artikel hervorbrachte, ist nun im Finanzblog-Himmel angekommen. Möge der Blog für immer ruhen und seine 5.000 Kommentare ihre ewige Ruhe finden. Mit mehr als drei Millionen Seitenaufrufen gehören Nicos Beiträge über falsch verstandenen Frugalismus, die Finanzielle Freiheit und Handwerker Krzysytof definitiv in die „Finanzblog-Hall of Fame“. Kurios und ironisch zugleich ist der Trigger für die Entscheidung des Blogendes. Diese fiel bei der Rekapitulation nach Nicos letztem Finanzblogger-Treffen. Aus seiner Sicht stünden mittlerweile nur noch finanzielle Ziele und SEO-Optimierung im Mittelpunkt. Wie sagt Gabor Steingart immer so treffend: „Was soll danach noch kommen?“

Sei die Lotusblume!

„Der größte Feind lauert in einem Selbst“. Das ist nicht etwa das Vereinsmotto des FC Schalke 04, sondern eine buddhistische Weisheit. Stimmt aber trotzdem (oder gerade deswegen). Bezogen auf das Verhalten von Privatanlegern bedeutet es, dass viele ihre Risikotoleranz und ihr Nervenkostüm überschätzen. In schwierigen Marktphasen werden dann entnervt Teile des Portfolios verkauft. Die Rendite ist im Eimer. Das Geld ist futsch. Dabei macht sich der Zinseszins bekanntlich erst mit der Zeit bemerkbar. Langfristig bedeutet eben nicht von Oktober bis Ostern, sondern mindestens zwanzig Jahre. Also: Mach‘ es so wie ETF Yogi Rolf. Sei die Lotusblume, die geduldig aus dem Schlamm erwächst und durch den Lotus-Effekt an der Wasseroberfläche ihre volle Pracht entfaltet. Oder kurz: Sei kein Vollidiot und hab‘ Geduld, du Honk! Ommmmm.



Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen

Ein bekanntes Sprichwort sagt: „Jeder Topf findet den passenden Deckel.“ Im lateinischen Original: Reperit patella aperculum. Die Übersetzung stammt übrigens von August Friedrich Ferdinand von Kotzebue (1761 bis 1819). Zack, Bildungsauftrag erfüllt! Bei Finanzgeschichten-Erzähler Matthias geht es auch um Töpfe – allerdings um Verlustverrechnungstöpfe. Verlust?! Ja, so mancher Anleger scheint das tatsächlich zu schaffen in diesen guten Börsenzeiten. Aber Obacht! Seit diesem Jahr gibt es sogar vier verschiedene Töpfchen, in welche unterschiedliche Defizite verrechnet werden können. Unterschieden werden Verluste und Gewinne aus Aktiengeschäften, Sonstigem (Dividenden, Zinsen u.a.), sowie aus Totalverlusten und Termingeschäften. Klingt komisch? Meint auch der Bundesfinanzhof, welcher die Beschränkung der Verrechnung von Verlusten aus Aktiengeschäften für „teilweise verfassungswidrig“ hält. Mal sehen, was der rote Olaf, die grüne Annalena und der gelbe Christian dazu sagen werden. Der gute alte August Friedrich fände das wahrscheinlich zum kotzen.

Die Psychologie des Überzeugens

Na… auch fleißig geshoppt am Black Friday? Dann kommt die Empfehlung zu Michaels Beitrag leider zu spät. In diesem beschreibt er nämlich die Psychologie des Überzeugens, die Verkäufer und Marketing-Fuzzis nahezu perfektioniert haben. Denn wir werden nicht nur manipuliert, sondern wissen das größtenteils auch. Und können uns trotzdem nicht dagegen wehren. Um die Hintergründe zu verstehen, verweist Michael auf ein Buch von Robert B. Cialdini. Die sechs Konzepte lauten Reziprozität, Konsistenz, Soziale Bewährtheit, Sympathie, Autorität und Knappheit. Letzteres kennen wir aus der Diskussion um die Corona-Impfstoffe. Und die sind sogar kostenlos. Aber definit nicht umsonst. P.S. Lasst euch impfen!



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