Finanzblogroll Tacheles! … mit Christian W Röhl (DividendenAdel)

Der folgende Beitrag erschien erstmals in der 10. Ausgabe des Finanzblogroll Magazins (Juli 2021) 
Christian W Röhl

Über Opa Wilhelm, Brückentouren auf der Spree und die Paw Patrol Christian W Röhl

Christian, jetzt ma‘ Tacheles…
Wofür steht eigentlich das „W.”?
Wilhelm – als Erinnerung an meinen Opa, dem ich weitaus mehr zu verdanken habe als die Begeisterung für Aktien, Börse und Finanzen.

Unternehmer, Publizist, Speaker, Investor – welche Berufsbezeichnung steht auf deiner Steuererklärung?
Kaufmann – auch weil ich die klassischen Tugenden des ehrbaren Kaufmanns sehr schätze und zu leben bemüht bin.

Was Unternehmertum und Investieren betrifft bist du definitiv ein Multitalent. Aber was kannst du gar nicht?
Ordnung halten, Termine planen, Reisen organisieren…

Dann schnell zurück zum Investieren: Einzelaktien oder ETFs?
Gegenfrage: Thema Essen – selber kochen oder Fertiggerichte? Siehs’te selbst: Das eine schließt das andere nicht aus.


Christian W Röhl

Christian W. Röhl


Brauchen Privatanleger eine Cashquote?
Einen Notgroschen braucht jeder. Und ob man sich darüber hinaus Investment-Liquidität leistet, hängt von der Strategie und Psychologie ab. Wer eine Cashquote hat, sollte auf jeden Fall definieren, unter welchen Prämissen diese genutzt wird.

Wie viele Aktien gehören in ein Depot?
So viele bzw. wenige, dass man sich gut aufgestellt fühlt und gleichzeitig den Überblick behält, um seiner Strategie zu folgen. Der eine investiert sehr fokussiert, die andere bastelt sich ihren eigenen Index. Kann beides sehr gut funktionieren – oder auch nicht.

Welche war deine erste Aktie? Christian W Röhl
Hach Vz. – ein Werbemittelversender, von dem bei uns daheim die Kataloge herumlagen. Keine Ahnung, was mich da geritten hat, damals als 15-jähriger. Es war jedenfalls ein ziemlicher Reinfall.

Hand- oder elektrische Zahnbürste?
Handzahnbürste Christian W Röhl

Kannst du singen?
Ja. Nicht unbedingt gut, aber dafür laut.

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Wir gehen zum Karaoke. Zur Auswahl stehen “Rock Me Amadeus”, “I Wanna Dance With Somebody” oder “Lebt denn der alte Holzmichl noch?”. Was singst du?
Falco ist ikonisch, aber „Amadeus“ ist undankbar beim Karaoke. Deshalb würde ich wohl De Randfichten nehmen – außer, ich darf mir etwas von Matthias Reim, Udo Jürgens oder Roland Kaiser wünschen. Da kann ich die meisten Texte auswendig.

Welcher ist der schönste Platz in deiner Wahlheimat Berlin?
An Bord eines Schiffes auf der Spree: Die dreistündige Brückentour bei strahlendem Sonnenschein. Kann ich jedem der bald hoffentlich wieder zahlreichen Berlin-Besucher nur wärmstens empfehlen.

Union oder Hertha?
Nur um Tobias Kramer zu ärgern: Union. Wobei mein Kicker-Herz für Alemannia Aachen und Bayern München schlägt.

Welche drei Eigenschaften braucht ein guter Investor?
Geduld, Disziplin, Selbstvertrauen (letzteres nicht zu verwechseln mit Selbstüberschätzung).

Bitte vervollständige! Christian W Röhl

  • Finanzielle Freiheit ist … sehr angenehm
  • Tobias Kramer ist … einer meiner engsten Freunde – was noch wichtiger ist als unser gemeinsamer Erfolg mit echtgeld.tv.
  • Sonntagmorgen gehe ich am liebsten … Brötchen holen
  • Die Game-Stop-Aktie … soll handeln, wer will. Ich habe zu „Meme-Stocks“ keinen Zugang.

Was war dein größter Finanzfehler?
Ich bekam 1998 die Chance, als 22-jähriger bei einem Börsenmakler zu arbeiten und fühlte mich gleich wie Gordon Gekko. Im Überschwang der Selbstüberschätzung habe ich dann alles, was ich besaß (plus einiges, was mir die Bank geliehen hatte), in eine einzige Aktie gesteckt – und bin dann in der Asien-Krise ganz knapp am Bankrott vorbeigeschrammt. Sehr lehrreiche Erfahrung.

Bügeln, Müll rausbringen oder Essen kochen – Welche Aufgaben übernimmt der Mann im Hause Röhl?
Müll ist mein Ressort – und das Kochen teile ich mir mit meiner Frau.

Was ist dir peinlich?
Eigentlich gar nichts. Ich habe ja das rheinische Blut von Opa Wilhelm in meinen Adern. Und Rheinländer sind ja entspannt.

Du bist 45 Jahre alt? Wie äußert sich das im Alltag?
Ich kann noch ohne Hilfe über die Straße gehen und fühle mich generell wie 30. Nur das Essen setzt „im Alter“ mehr an. Deshalb regelmäßig Sport.

Bist du eitel? Christian W Röhl
Ja, sehr.

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Du hast einen 4-jährigen Sohn. Wie vertraut sind dir die Paw Patrol, Leo Lausemaus und die PJ Masks?
Den Leo haben wir schon hinter uns gelassen. Aber die Paw Patrol steht nach wie vor ganz hoch im Kurs. Ich habe jedoch einen Hedge: Zum Geburtstag hat mein Sohn u.a. ein paar Aktien von Spin Master bekommen. Das ist die Lizenzfirma hinter Chase, Marshal, Rocky, Rubble, Zuma, Sky, Everest, Ryder… Ups, Trecker vergessen.

Ich sehe, du bist im Bilde!
…und welches Hörspiel / welche TV Sendung geht dir am meisten auf den Keks?
Ein Tonie: „Dr. Brumm steckt fest“ – die Geschichte habe ich meinem Sohn so oft vorgelesen, dass ich sie nicht mehr hören kann.

Was kann dein Sohn besser als du?
Die Mama um den Finger wickeln.

Ich spendiere dir eine Stunde Dampfsauna mit Olaf Scholz, Marc Friedrich oder Dieter Hallervorden – wen nimmst du mit?
In der Sauna möchte ich mich nicht ärgern, sondern Spaß haben. Also nehme ich Hallervorden mit, der mich mit seiner Wandlung vom Nonstop-Nonsens-Didi zum Satiriker, Charakterdarsteller und Theaterintendanten sehr beeindruckt hat.

Ich hoffe, dass ich ihn nach dem Lockdown jetzt nochmal live in seinem Schlosspark-Theater auf der Bühne sehen darf.

Mit Tobias Kramer betreibst du seit vielen Jahren das Projekt echtgeld.tv. Das älteste Video auf dem gleichnamigen YouTube Kanal ist vom 12. Oktober 2017 (da war der HSV noch erstklassig!). Hand auf Herz: Erinnerst du dich noch, welche beiden Wertpapiere sich im Duell “Aktie des Monats” gegenüberstanden?
Ja. Ontex und TripAdvisor, wobei die Zuschauer den von mir vorgeschlagenen Windelhersteller gewählt haben, was dann prompt in die Hose ging. Aber wir haben – getreu der Devise „Buy & Hold & Check“ – noch halbwegs rechtzeitig die Reißleine gezogen, wenn man die aktuellen Kurse anschaut.


echtgeld

echtgeld.tv I Quelle & Urheberrecht: adorum publishing GmbH


Wie oft hast du das Konzept des DividendenAdels schon erklärt?
Sowas zähle ich nicht, schließlich macht es mir Spaß über Finanzthemen zu sprechen.

Auf der Homepage finde ich keine DividendenAdel Vorjahres-Listen. Warum?
Wenn Du bei Google „DividendenAdel 2019“ eingibst, kommt eine ganze Reihe von Links. Ist also alles noch da. Müsste man mal schick machen, aber Website ist einfach nicht mein Ding – weshalb ich großen Respekt vor allen Bloggern habe. Mir persönlich machen Twitter, Instagram, Podcasts und YouTube-Videos mehr Spaß und wer Aktuelles von mir lesen, hören oder sehen will, folgt mir am besten dort.

Wie geht es mit dem DividendenAdel in den nächsten Jahren weiter?
Ich bin überzeugt: Auch in den nächsten Jahren wird es weiterhin viele Unternehmen geben, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen menschliche Bedürfnisse bedienen – und damit Gewinne erwirtschaften, die teilweise in nützliche Innovationen reinvestiert und teilweise als im Zeitverlauf steigende Dividenden ausgeschüttet werden. Insofern: Den DividendenAdel-Firmen und ihren Aktionären wird es weiter gut gehen.


dividendenadel

DividendenAdel i Quelle & Urheberrecht: Röhl Capital GmbH


Feierst du Karneval?
Na klar. Rheinisches Blut und so.

Lieblingskostüm? Christian W Röhl
Das letzte Mal war’s ein Tyrannosaurus Rex, sehr zum Gaudium meines Sohnes.

Bitte vervollständige!

  • Bitcoin ist … eine Anwendung der Blockchain-Technologie.
  • Familie … bedeutet für mich mein Leben.
  • Pünktlichkeit ist … nicht so mein Ding. Der Kollege Kramer ist immer froh, wenn ich um 18.00 Uhr zur Live-Sendung vor der Kamera stehe.
  • Opa Wilhelm … ist mein Vorbild in vielerlei Hinsicht.

Welches war dein erstes Auto?
Ein VW Polo

Bist du ein besserer Autofahrer oder Beifahrer?
Ich halte mich für einen großartigen Autofahrer. In Flensburg teilt man diese Meinung zwar nicht unbedingt, aber Beifahrer sein ist langweilig.

Du hast dein BWL Studium im 3. Semester geschmissen. Was konntest du später aus diesen eineinhalb Jahren gebrauchen?
Alles, was ich im 1. Semester in Wirtschaftsprivatrecht bei Prof. Wolfgang B. Schünemann gelernt habe.

Warum gibt es eigentlich von dir noch keinen Wikipedia-Eintrag?
Keine Ahnung. Hat wohl noch niemand für notwendig erachtet. Aber wenn es einen gäbe, würde mich das natürlich totaaal freuen. Siehe Eitelkeit.

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Sonntagabend – immer noch Tatort oder mittlerweile Netflix?
Tatort. Netflix haben wir zwar auch. Aber außer „Haus des Geldes“ habe ich da nichts bewusst geschaut.

Dazu Bierchen oder Wein?
Bier trinke ich nur frisch gezapft in der Gastro, Wein eigentlich gar nicht mehr. Deshalb, seit ich der Coke Zero abgeschworen habe, in der Regel gutes Berliner Leitungswasser. Eisgekühlt.

Chips oder Salzstangen?
Pasta. Christian W Röhl

Urlaub am Strand oder in den Bergen?
Am Strand. Mallorca fühlt sich wie zweite Heimat an – und bald darf man hoffentlich auch wieder in die Karibik reisen.

Du zeigst ziemlich viel auf deinem Instagram-Kanal. Was würdest du nie teilen?
Findest Du das viel? Sind ja nur ein paar Schnappschüsse „aus’m Leben“, während der Börsen-Content in den Stories ist. Was ich allerdings nicht machen würde: Jeden Tag so Influenza-mäßig meinen kompletten Tag dokumentieren.

Welche Frage wird dir von Privatanlegern am häufigsten gestellt?
„Wann kommt Dein neues Buch?“, werde ich oft gefragt. Und ich muss schamvoll zugeben: Ich weiß es nicht. Es gibt halt ein paar Themen, die mich weiterhin mehr reizen als das Schreiben. Parallel zu meiner Vermögensverwaltung bin ich ja u.a. bei mehr als 30 börsennotierten Aktiengesellschaften Stimmrechtsvertreter für die DSW. Außerdem Aufsichtsratsvorsitzender bei der Weng Fine Art AG, wo es gerade einige sehr spannende Opportunitäten an der Schnittstelle zwischen Kunstmarkt, Finanzmarkt und Technologie gibt.

Vor allem aber bin ich leidenschaftlicher Ehemann und Vater und wenn ich nicht lieber mit der Familie unterwegs wäre als schreibend in der Stube zu sitzen, würde echt etwas schieflaufen. Wozu hätte ich die Millionen dann verdient!?



Braucht man Staatsanleihen im Depot?
Kommt auf den Anlagehintergrund an: Wer Geld jenseits der staatlichen Einlagensicherung weitgehend risikolos „wegpacken“ will/muss, kommt an kurzfristigen Bundesanleihen nicht vorbei – und zahlt für diese Sicherheit mit Negativrendite. Wer für ein deflationäres Szenario
vorbereitet sein will, kann an langfristige Bunds oder US-Treasuries denken. Und Schwellenländer-Anleihen in Hartwährung sind seit jeher ein nützliches Element der Emerging Markets-Allokation.

Was hältst du von Nachhaltigkeits-Fonds?
Das Thema ESG kann man als Investor nicht ignorieren, allein schon wegen der regulatorischen Einflüsse – die sich dann auch in Kapitalströmen niederschlagen.

Und inhaltlich stehe ich vor allem hinter dem „E“ für „Environmental“: Unsere Erde ist so schön, da müssen wir doch Geist und Kapital mobilisieren, um durch Innovation und Fortschritt so schnell und so sicher wie möglich vom stupiden Verbrennen fossiler Energieträger und vom Plastik-Verpackungsmüll wegzukommen.

Viele ESG-Konzepte für Indices und ETFs sind allerdings schablonenhaft, bürokratisch und bisweilen schlichtweg nicht nachvollziehbar: Wie kann es sein, dass bei einem „nachhaltigen“ Dividendenaristokraten-ETF die beiden größten Positionen die Öl-Multis Exxon und Chevron sind? Inspirierender finde ich da, was aktive Fondsmanager wie Paul Buchwitz (Manager des DWS Invest SDG Global Equities) zu sagen haben. Da kann man sich auch als Einzelaktien-Investor gute Ideen holen.

Deine Antworten werden immer länger 🙂
Wir sollten zum Schluss nochmal zu den wichtigen Fragen des Lebens kommen!

Was kommt auf deine Pommes?
Das gute Pommes-Salz von Curry 36. Und sonst nix.

Gucci oder Prada?
Gucci, aber eigentlich nur bei Gürteln. Sneakers für 500 Euro wären bei meinen Plattfüßen pure Verschwendung.

Fährst du in Berlin eigentlich auch mit den Öffis?
Na klar. Noch lieber allerdings mit den quietschroten Jump/Uber-Bikes. Es geht nichts über frische Luft. Deswegen bin ich ja 20 Jahre lang Cabrio gefahren, aber in Berlin-Mitte macht ein eigenes Auto keinen Sinn.

Abschlussfrage: Kennst du einen guten Berliner-Witz (ich kenne keinen)?
Wenn ich sehe, was unser rot-rot-grüner Senat bisweilen anstellt, denke ich mir: Dasist doch alles ein ganz, ganz schlechter Witz.

Vielen Dank Christian!


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