Rational Handeln Score – So findest du günstige Dividendenaktien

Der folgende Beitrag erschien erstmals in der 13. Ausgabe des Finanzblogroll Magazins (November 2021) 
günstige Dividendenaktien

Ein Gastbeitrag von Finanzblogger Florian (Rational Handeln)

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Eine gute Aktienanalyse besteht aus einer quantitativen Analyse der Fundamentaldaten und einer qualitativen Analyse des Unternehmens. Für meine regelmäßigen Aktienanalysen, nutze ich immer meinen Rational Handeln Score. So habe ich mir selbst einen einheitlichen Bewertungs-Score geschaffen, der eine gute Vergleichbarkeit zwischen Aktien herstellt und mir signalisiert, ob die Aktie reif für einen Kauf oder sogar Verkauf ist. Allerdings ist dieser Score nur für Dividendenaktien konzipiert.

1. Quantitativer Rational Handeln Score

Der erste Teil des Scores betrachtet lediglich quantitative Aktienkennzahlen. Ich habe elf Kennzahlen identifiziert, die ich mir für jede quantitative Analyse einer Dividendenaktie ansehe. Die elf Kategorien könnt ihr auch in der Grafik sehen. Ich trage je Kennzahl den jeweiligen aktuellen Wert der Aktie ein. Die Kennzahlen findet man zum Beispiel auf finviz.com, seekingsalpha.com oder auch bei aktienfinder.net.

Je nach Höhe der Kennzahl, bekommt die Aktie dafür 0, 1, 2 oder 3 Punkte. Die jeweiligen notwendigen Werte für die Tabelle könnt ihr der Tabelle entnehmen. Je höher die Zahl desto besser der Ge-samtscore am Ende. Um 100% im Rational Handeln Score zu erreichen, muss eine Aktie über alle elf Kennzahlen mindestens 21 Punkte erreichen. Ab 100% ist eine Aktie für mich kaufenswert. günstige Dividendenaktien

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2. Qualitativer Score

Den quantitativen Score ergänze ich nun noch um einen qualitativen Score. Dieser besteht aus acht verschiedenen Qualitätsindikatoren. Pro Kennzahl gibt es wieder einen Wert von 1 bis 3. Wobei 1 eine negative Bewertung, 2 eine neutrale und 3 eine positive Bewertung bedeutet. Für 100% im qualitativen Scoren, müssen auch hier 21 Punkte erreicht werden.

Der Punkt Burggraben zählt allerdings doppelt. Ich jetzt einmal mit euch alle Punkte durchgehen und euch kurz erklären, warum ich diese ausgewählt habe.

Legen wir los mit dem ersten Analysepunkt: das Geschäftsmodell. Hier möchte ich primär erstmal verstehen, wie das Unternehmen Geld verdient. Hierfür schaue ich mir vor allem die aktuellen Unternehmenszahlen und Präsentationen in den Investor Relations Bereichen an. Zudem lese ich Unternehmensanalysen auf SeekingAlpha oder anderen Portalen. Anschließend bewerte ich das Geschäftsmodell. Sehe ich hier viel Wachstumspotenzial für die Zukunft? Ist das Geschäftsmodell stabil? Oder droht ein Rückgang der Umsätze? Am Ende bewerte ich das Geschäftsmodell positiv, neutral oder negativ. günstige Dividendenaktien

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Der zweite Punkt ist der Burggraben eines Unternehmens oder auf englisch auch gerne MOAT genannt. Der Begriff wurde vor allem von Warren Buffett geprägt. Ein Burggraben bedeutet, dass ein Geschäftsmodell nicht so einfach von anderen Unternehmen untergraben werden kann. Das ist für mich einer der wichtigen Punkte der gesamten Analyse. Deswegen zählt dieser Punkt in meinem Qualitativ-Score doppelt so viel wie alle anderen. günstige Dividendenaktien

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Ein Burggraben kann aus verschiedenen Elementen bestehen. Eine Möglichkeit wären Kostenvorteile eines Unternehmens. Wer Produkte deutlich günstiger herstellen kann als die Konkurrenz, kann die Konkurrenz entweder aus dem Markt drängen oder dafür sorgen, dass keine neuen Wettbewerber in den Markt eintreten. Eine weitere Möglichkeit sind Größenvorteile. Möglichkeit drei für einen Burggraben sind “Hohe Switching Costs”. Mit “Switching Costs” sind die Kosten eines Kunden gemeint, die für diesen entstehen, wenn er zu einem konkurrierenden Unternehmen wechselt. Der vierte mögliche Burggraben sind “immaterielle Vermögenswerte”. “Immaterielle Vermögenswerte” können zum Beispiel Patente sein. Pharma-Unternehmen wie Pfizer oder auch AbbVie verfügen oft über solche immateriellen Vermögenswerte. Eine starke Marke kann ebenfalls eine solches Asset sein. In Kombination mit hohen Switching Costs, können starke Marken so einen extrem hohen Ertrag pro Kunde erreichen. Auch Lizenzen oder Verträge mit Regierungen können ein solcher immaterieller Vermögenswert sein. Ein Beispiel wären Rüstungskonzerne wie Boeing oder Airbus.

Der nächste Punkt ist der CEO einer Firma. Hier würde ich mir ganz genau den bisherigen “Track Record” des CEO ansehen. Idealerweise gibt es auf YouTube zum Beispiel ein paar Interviews mit dem CEO. So kann man sich ein gutes Bild machen. Ich schaue mir auch gerne an, ob ein CEO selbst Aktien des Unternehmens besitzt. Hat er “Skin on the Game”? Denn dann hat er die selben Interessen wie ich. Ein guter CEO kann auch eine Art Burggraben sein.

Der vierte Punkt der Analyse, ist ein sehr subjektiver, aber dennoch wichtiger. Wie findet ihr selbst das Unternehmen als Kunde? Ich finde es oft total unverständlich, dass Menschen Aktien kaufen ohne deren Produkte wirklich getestet zu haben. Gerade wenn es sich um ein B2C-Business handelt. Wer Amazon-Aktien kaufen möchte, sollte selber bei Amazon bestellen, eine Prime-Mitgliedschaft auf Probe abschließen, Prime Video ansehen und einfach das gesamte Amazon-Paket einmal testen. Wenn ihr selber von einem Produkt nicht über-zeugt seid, warum sollten es dann andere Kunden dauerhaft sein? Natürlich ist das zum Beispiel bei B2B-Unternehmen nicht immer ganz so einfach, aber man kann alternativ auch Erfahrungsberichte, Rezensionen und Kundenbewertungen lesen. Ich schaue mir auch immer gerne die digitalen Plattformen von Unternehmen an.

Als fünften und sechsten Punkt der Analyse schaue ich mir potenzielle Risiken und Chancen des Unternehmens an. Als eines der Hauptrisiken sehe ich heutzutage die digitale Disruption eines Geschäftsmodells. Death by Amazon oder Google ist in diesem Kontext ein oft verwendeter Begriff. Hinzu kommen mögliche Risiken wie Regulierung, was dann eher die Tech-Riesen selber trifft, oder auch auslaufende Patente wie zum Beispiel bei AbbVie’s Topseller Humira. Dem gegenüber stehen Chancen wie neue Produkte und Innovationen. Chancen bedeutet für mich, Assets zu finden, die noch nicht richtig vom Markt bepreist sind. Chancen und Risiken stelle ich hier gegenüber und wiege sie gegeneinander ab. günstige Dividendenaktien

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Als vorletzten Schritt analysiere ich ebenfalls kurz die direkte Konkurrenz des Unternehmens. Wie steht das Unternehmen im Vergleich zu seiner “Peer Group” dar? Gibt es hier einen “Challenger”, der die aktuelle Marktposition des Unternehmens gefährden könnte? Bei AT&T zum Beispiel habe ich mir Verizon und auch T-Mobile als direkte Konkurrenz angesehen.

Als letzten Schritt möchte ich mir künftig die aktuelle Marktsituation des Unternehmens und auch der Aktie ansehen. Gab es in den letzten Woche eine Überreaktion des Marktes auf eine Entwicklung innerhalb des Unternehmens oder innerhalb der Branche? Wird eine Aktie zu Unrecht vom Markt stark abgestraft, bieten sich oft Einstiegschancen. “Bad Headline, but good bottom lines” ist oft eine gute Leitlinie für gute Einstiegszeitpunkte. Natürlich können auch aktuelle Nachrichten und Entwicklungen negativ sein. Wenn eine Aktie aktuell zum Beispiel sehr gehyped wird, würde ich das Marktumfeld als negativ beschreiben und nur einen von drei Punkten geben.

Damit ich eine Dividendenaktie kaufe, muss sie wohl im quantitativen als auch im qualitativen Rational Handeln Score 100% erreichen.

Florian


Finanzblogroll Magazin

Florian (33) möchte bis 40 die finanzielle Unabhängigkeit erreichen. Er investiert vor allem in Dividenden-Aktien, aber auch in ETFs und Wachstumsaktien. Mit den Dividenden möchte ich mir ein passives Einkommen aufbauen. Bei seiner Reise in die finanzielle Unabhängigkeit könnt ihr ihn auf YouTube begleiten. Sein Kanal heißt Rational Handeln.


 

 

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