Zwei Geldthemen über die du dir keine Sorgen machen musst – und drei wo du das besser tun solltest

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Keine Frage, Sparen und ein gesundes Verhältnis zu Geld sind wichtig. Meiner Meinung nach, sollte man es aber mit dem Sparen auch nicht übertreiben. Vor allem sollte man sich nicht mit vergleichsweise unwichtigen Geldthemen aufhalten.

Sicher, kleine Änderungen des eigenen Ausgabenverhaltens können die eigene finanzielle Situation schnell verbessern. Trotzdem macht es Sinn, sich in erster Linie auf die großen Ausgabenposten zu konzentrieren. Dafür sollten alle Einnahmen und Ausgaben dokumentiert werden. Danach sollte man sich Budgets setzen und diese regelmäßig tracken. In diesem Schritt geht es um die wichtige Entscheidung, welche Ausgabenposten optimiert und welche ohne schlechtes Gewissen etwas großzügiger gesetzt werden können.

In einem der letzten Beiträge habe ich ja über unseren Einkommensrückgang geschrieben. Jetzt ist es also an der Zeit für die grobe Budgetplanung 2022. Dabei gehe ich in diesem Beitrag nicht auf konkrete Zahlen ein, sondern nur auf meine grundsätzliche Sicht der Dinge.


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Finanzielle Themen, über welche du dir keine Sorgen machen solltest

1. Kleine Freuden Geldthemen

Mittlerweile gibt es auch im deutschsprachigen Raum einige Blogs, die sich mit den Themen Minimalismus und Frugalismus beschäftigen. Bei all den Vorteilen und positiven Nebeneffekten, gibt es auch Kritik an dieser Lebensform. So kann sich der exzessive Verzicht und auch zu einer Obsession entwickeln. Manch einer spricht sogar von krankhafter Leidenschaft.

Soweit würde ich nicht gehen. Bei dem einen oder anderen Minimalisten sehe ich aber schon eine gewisse Selbstgefälligkeit. Wenn man sich mit Freunden im Café trifft und ein Leitungswasser bestellt. Oder man auf den Fußbodenbelag in der Wohnung in der Wohnung verzichtet. Letzteres habe ich tatsächlich mal auf YouTube gesehen. Leider habe ich den Link nicht mehr gefunden.

Meiner Meinung nach gibt es weitaus unnötigere Ausgaben als ab und zu die kleinen Leckereien und Freuden die unser Leben lebenswert machen können. Es muss ja nicht unbedingt der tägliche Starbucks-Kaffee sein.

Daher mein Tipp: Nimm dir die Zeit, um deine Ausgaben zu hinterfragen. Wenn dir bestimmte Dinge wichtig sind, wie beispielweise das Mittagessen mit den Kollegen in der Kantine, dann solltest du auch nicht darauf verzichten. Zumindest dann, wenn dein Budget etwas Spielraum zulässt. Geldthemen

Oder in den Worten von Roberto Blanco: Ein bisschen Spaß muss sein!

2. Budgets auf den Cent genau

Wie bereits erwähnt, solltest du dir monatliche Budgets setzen und diese auch nachverfolgen. Dadurch weißt du wohin dein Geld fließt und kannst dir auf Grundlage dieser Daten finanzielle Ziele setzen.

Beim Umgang mit Budgets gibt es zwei Möglichkeiten. Die eine besteht darin, die Ausgaben auf allen Konten zu erfassen. Hierbei wird sehr detailliert dokumentiert, welche Ausgaben wann angefallen sind. Wer ganz genau ist, kann die „Bargeld-Ausgaben“ ebenfalls festhalten. Diese Vorgehensweise eignet sich vor allem für die Kontrolle von strikten Budgets. Menschen mit finanziellen Problemen sollten diese Variante wählen, um möglichst schnell ihre Ausgaben in den Griff zu bekommen.

Die zweite Möglichkeit beim Umgang mit Budgets ist etwas offener und somit einfacher. Hierbei geht es vor allem um die Bezahlung der Rechnungen (Fixkosten) und die Erreichung der Sparziele (Pay Yourself First). Es spielt keine Rolle Wofür der Rest des verbleibenden Geldes ausgegeben wird. Diese Variante eignet sich für erfahrene Sparer und Budgetierer. Der Vorteil liegt darin, dass man seine Ziele erreichen und gleichzeitig die Freiheit hat, Tag für Tag spontan über gewisse Ausgaben zu entscheiden. Geldthemen


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Finanzielle Themen, über welche du dir (vielleicht) Sorgen machen solltest

1. Dein Einkommen

Fast jeder Mensch kann sparen und mindestens zehn (besser zwanzig) Prozent seines Einkommens langfristig investieren. Allerdings ist es natürlich deutlich einfacher desto höher das Einkommen ist. Während meines Studiums habe ich als Werkstudent und über Teilzeitjobs Geld verdient. Das reichte für eine kleine Wohnung und ein bisschen Spaß. Große finanzielle Sprünge waren damit aber nicht drin. Erst heute mit einem gut bezahlten Vollzeitjob können wir für unsere Zukunft planen und sparen.

Einige Menschen steigern ihr Einkommen über eine Nebenbeschäftigung. Möglicherweise als Angestellter, vielleicht auch in einer nebenberuflichen Selbstständigkeit. Manchmal erfordert es aber auch den Wechsel des Arbeitsplatzes oder Arbeitgebers, um mehr Geld zu verdienen. Fast immer sinnvoll ist eine Weiterbildung oder Zertifizierung.

Ich denke, dass bei vielen Menschen sehr viel Potential in der Steigerung ihres Einkommens besteht. In Deutschland wechseln Arbeitnehmer immer noch relativ selten die Arbeitsstelle – entweder aus Faulheit oder Gewohnheit.

2. Vorsorge für die Rente

Im Rückspiegel verfliegt unsere Lebenszeit. Gestern noch den Studienabschluss in der Tasche, so bin ich heute schon zehn Jahre im Berufsleben. Angefangen mit dem Investieren habe ich vor etwa fünf Jahren. Somit habe mindestens fünf Jahre verpasst. Und bei einigen Prokrastinierern (m/w/d) dauert es noch deutlich länger bis sie realisieren, dass sie für ihren Ruhestand zusätzlich privat vorsorgen müssen.

Und die Uhr tickt.

Wie wichtig es ist, so früh wie möglich mit dem Investieren zu beginnen, zeigt folgendes Rechenbeispiel.

Charly Cleverle startet im Alter von 25 Jahren mit dem Investieren. Er liest Gerd Kommer, den Finanzwesir und die neuesten Beiträge im Finanzblogroll (ein „Cleverle“ eben). Er investiert monatlich 200 Euro in den MSCI World. Einen Ausgabeaufschlag gibt es nicht, die Kostenquote liegt bei 0,2 Prozent pro Jahr. Bei einer inflationsbereinigten Rendite von 5% kommt Charly nach 40 Jahren auf ein Endkapital von rund 283.000 Euro.

Sepp Spätzünder beginnt erst im Alter von 35 Jahren mit dem Investieren (vorher musste noch der schicke Neuwagen abbezahlt werden). Ihm bleiben also nur 30 Jahre bis zur Rente. Sepp investiert monatlich sogar 300 Euro zu den gleichen Rahmenbedingungen in den MSCI World. Nach 30 Jahren kommt er auf ein Endkapital von „nur“ 237.000 Euro.

Charly hat weniger eingezahlt als Sepp (96.000 Euro vs. 108.000 Euro). Trotzdem kommt er dann des Zinseszins-Effektes auf ein höheres Endvermögen.

Genauso wichtig wie das frühe Anfangen ist die Steigerung der jährlichen Sparsumme. Sie sollte sich zumindest der Steigerung des Einkommens und der Inflation anpassen. Geldthemen

P.S. Ich bin kein Freund dieser „Vermögens-Hochrechnungen“. Der Zeitraum ist viel zu lang, um das wirklich zu planen. Aber es gibt immerhin einen guten Anhaltspunkt, wohin die Reise gehen könnte. 


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3. Der Umgang mit unerwarteten Einnahmen

Ein sehr wichtiger Erfolgsfaktor für gesunde Finanzen ist der Umgang mit unerwarteten Einnahmen. Egal ob Steuerrückzahlung, ein Erbe oder gar ein Gewinn – du solltest einen Plan haben, für was du den ungeplanten Geldsegen einsetzen möchtest. Wenn du deine Budgets im Griff hast, kann die ganze Summe in deine Geldanlage fließen. Du kannst aber auch einen Teil davon verwenden, um dir einen Traum zu erfüllen. Wichtig ist jedoch, dass du deinen Lebensstandard und deine Ausgaben nicht auf diese unerwarteten Einnahmen aufbaust.

Wenn du das Geld nur auf deinem Girokonto liegen lässt und du keine Budgets verfolgst, wird dir das Geld wie Sand durch die Finger rieseln. Und letztendlich weißt du gar nicht wofür du es ausgegeben hast.

Aufgrund der Corona-Pandemie haben wir im Jahr 2020 einen Kinderbonus von jeweils 300 Euro erhalten. Macht bei unseren drei Blagen in Summe 900 Euro (der letzte kam am 26. Dezember 2020 zur Welt – cleveres Kind!). In 2021 soll es nochmal 150 Euro geben. Auch wenn ich mich nicht beschweren möchte und das Geld gerne annehme, so verstehe ich diese Zahlung ehrlich gesagt nicht. Die meisten Familien konnten ja gar nicht so viel Geld für Urlaube und Freizeit ausgeben in der letzten Zeit. Aus meiner Sicht hätte man damit besser die unterstützen können, die wirklich von den Schließungen betroffen sind, beispielweise Künstler oder Cafés. Aber so funktioniert Politik leider nicht.

Da es aber nun mal so ist, haben wir in Summe 1.350 Euro zusätzlich verfügbares Einkommen. Diesen unerwarteten Geldsegen können wir nun auf die jeweiligen Budgets aufteilen. Konkret bedeutet das bei uns: 350 Euro gehen in den Topf „Schrebergarten“ und 1.000 Euro in die langfristige Geldanlage. Geldthemen

Fazit Geldthemen

Ich denke, dass das Sparen nicht in fundamentalen Verzicht ausarten sollte. Es ist wichtig zu wissen wohin das Geld fließt und einen langfristigen Plan zu haben. Statt auf die kleinen Freuden des Lebens zu verzichten, möchte ich mich aber lieber auf die großen und aus meiner Sicht entscheidenden Dinge konzentrieren, wenn es um das Thema Finanzen geht.

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