Unsere Zeit ist JETZT!

Na… schon fleißig Neujahrsvorsätze gemacht? Auch wenn ich mittlerweile selten auf Instagram unterwegs bin, fühlte ich mich dort in den letzten Tagen davon erschlagen. Praktisch jede Influencerin und jeder Finanzblogger stellte dort seine Ziele für 2022 zur Schau. Steigerung der Sparquote um x Prozent. Erhöhung der Investitionen um x.000 Euro. Hundert Bücher pro Woche lesen (mindestens). Und natürlich: Regelmäßig Sport machen. Halbmarathon laufen. Oder zumindest den fünf Kilometer Nordeifeler BusinessRun in Simmerath. Wäre ja auch schon mal was… Unsere Zeit ist Jetzt!

Bleibt die Frage: Ist das wirklich sinnvoll (also das mit den Zielen)? Ich antworte mit einem klaren: Jain! Unsere Zeit ist Jetzt!

Eine Zeitmaschine haben wir schon

Ich finde gut, wenn Menschen an sich arbeiten und etwas verändern wollen. Ob man das wirklich auf Instagram teilen muss und ob finanzielle Ziele an erster Stelle stehen sollten, wage ich zu bezweifeln. Aber das muss jeder selber wissen.

Auf jeden Fall ist Sylvester ein guter Zeitpunkt, um zu resümieren und zu reflektieren.

Denn wie oft hören wir Menschen sagen: „Wenn ich in die Vergangenheit zurückreisen könnte, würde ich einiges anders machen.“ Geht natürlich nicht. Blöde Technik. „Neuland“ und so…

Was viele aber vergessen ist, dass wir eine Zeitmaschine haben. Allerdings nur hier im „JETZT“. Wir können in der Gegenwart unser Verhalten ändern. Unser 20-Jahre älteres „Ich“ wird es uns (vielleicht) danken.

„Die beste Zeit, um einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren.
Die zweitbeste Zeit ist Jetzt.“
Chinesisches Sprichwort

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Wie würde unser Leben aussehen, wenn wir es JETZT ändern würden?

Wir können die Uhr nicht zurückdrehen und nicht in der Zeit zurückreisen. Glaube mir, ich wünschte ich könnte es. Vielleicht hätte ich dann früher ein paar Kilo abgenommen, wäre mehr gereist oder hätte ein Musikinstrument gelernt. (Mittlerweile reicht es immerhin für „Alle meine Entchen“ auf dem Kinder-Klavier.)

Stell dir vor, du hättest bereits vor zwanzig Jahren dein gesamtes Vermögen in Aktien wie Apple, Amazon oder Monster Beverage investiert. Oder Bitcoin. Oder in Immobilien. Einige Anleger konnten in den letzten Jahren ihr Depotvermögen vervielfachen. Andere wiederum haben Kredite aufgenommen und ihr Geld „konsumiert“. Das ist Latein und steht für „verplempert“ (Scherz). Einige Anleger haben einen Haufen Geld mit spekulativen Aktien wie Wirecard oder CD Projekt verloren.

Wir können immer zurückblicken und uns ärgern. Uns eine Zeitmaschine wünschen, mit der wir ein paar Jahre zurückreisen und vieles hätten anders machen können. Oder wir versuchen unser Handeln im JETZT zu hinterfragen.

Hören wir JETZT damit auf uns Geld zu leihen, um Dinge zu kaufen, die wir nicht brauchen. Hören wir JETZT damit auf unvernünftige Anlageentscheidungen zu treffen. Verhalten wir uns JETZT so gegenüber anderen, wie wir es schon vor zwanzig Jahren hätten tun sollen.

Es gibt viele Dinge, auf die wir zurückblicken und uns wünschten, wir hätten es anders gemacht. Aber dann machen wir einfach weiter, was wir die ganze Zeit nicht tun wollten. Wir verpassen oft diese einmalige Gelegenheit als wir unseren Fehler erkannt haben. Dieser Moment der Erkenntnis ist der zweitbeste Zeitpunkt zum Handeln. Warum handeln wir also nicht?

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Kampf dem inneren Schweinhund

Bei uns in der Wohnung gibt es einiges zu tun. Und bei drei kleinen Kindern kommen ständig neue Sachen hinzu. Neue Klamotten, neue Fortbewegungsmittel, neues Geschirr, neues Spielzeug. Das alles muss irgendwie gepflegt und gelagert werden. Und das alte Zeug muss irgendwann raus.

Ich ärgere mich regelmäßig über Unordnung. Habe aber häufig auch nicht die Energie sie zu beseitigen. Blöde Kombination, oder?!
Aber genau dieser innere Schweinhund muss bekämpft werden. Oder zumindest dressiert. Also setze ich mir kleine Ziele. Versuche nach und nach Dinge auszusortieren und zu ordnen.

Das ist natürlich nur ein eher unwichtiger Teil des Lebens. Wichtiger als das Entsorgen alter Spielteppiche oder kaputter Trinkflaschen ist die Pflege von Freundschaften, regelmäßiger Sport und die Zeit mit der Familie.

Aber am Ende hängt ja alles zusammen. Qi, Yin & Yang und so.

unsere zeit ist jetzt

Der Start ist das Wichtigste Unsere Zeit ist Jetzt!

Ich bin kein Freund von erzwungenen Neujahrsvorsätzen. Aber eine regelmäßige Reflexion ist sinnvoll und wichtig. Gerne auch häufiger im Jahr. Dafür habe ich eine kleine Übung eingeführt: Ich nehme mir alle paar Wochen mal fünf Minuten Zeit und schreibe all die Dinge auf, die ich aufgeschoben habe oder die ich in meinem Leben ändern möchte. Jede Woche nehme ich mir einen Punkt vor und arbeite daran.

Damit werde ich zwar nicht die Welt verändern, aber mich Schritt für Schritt ein bisschen besser machen. Oder zumindest anders… Der größte Gegner ist mein innerer Schweinehund mit dem Namen „keine Zeit“. Okay, ich habe vielleicht weniger Zeit als manch andere. Aber definitiv genug.

Vierundzwanzig Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche, zweiundfünfzig Wochen pro Jahr. Wir alle können selbst entscheiden, wie wir diese Zeit nutzen. Die Hauptaufgabe besteht in der Priorisierung. Mit welchen Dingen können wir mehr Freude erreichen, als mit anderen Dingen, die wir heute tun.

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Unsere Zeit ist Jetzt!

Es ist wie eine Analogie zum Stundenplan in der Schule. Damit wurde uns ja immer von außen vorgegeben, welche Fächer gerade dran waren. Ob uns das passte oder nicht. Moderne pädagogische Konzepte legen die Entscheidung in die Hände der Schülerinnen. Die entscheiden selbst, woran sie heute im Rahmen des Lehrplanes arbeiten wollen. Ist doch augenscheinlich viel sinnvoller und motivierender.

Wir können das im Alltag auch tun. Wir müssen nur lernen „nein“ zu sagen. Ich reduziere alle Tätigkeiten, die ich nur aus Gewohnheit oder für andere getan habe. Um Platz zu schaffen für Dinge, die ich wirklich machen möchte. Das ist nicht immer leicht. Aber es lohnt sich. Und: Es gibt keinen besseren Zeitpunkt für diese Entscheidungen als JETZT.

Ansonsten stehen wir auch nächstes Jahr wieder an Sylvester bedröppelt da. Mit prickelndem Sekt in der Hand, dem stolperndem James und Johannes B. Kerner am Brandenburger Tor. Wir blicken zurück und wünschten uns, dass wir eine Zeitmaschine hätten. Um viele Dinge anders zu tun, als wir es gemacht haben.

Dabei verdienen wir alles Glück, dass wir bekommen können. Unsere Zeit ist Jetzt!



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